Glücklich sein ist dein Geburtsrecht

Tipps und Tricks zum Einrichten eines Online Yogastudios

von Christina Sat Sandesh Kaur Pöhls

Online Yogakurse hatten in den letzten drei Monaten ihren großen Durchbruch. Viele Menschen haben die Zeit, in der sie überwiegend ans Haus gebunden waren, genutzt, um Yoga bei unterschiedlichen Lehrer*innen und in den verschiedensten Yogaarten per Video oder Videokonferenz mitzumachen.
Nun, da die Yogastudios wieder öffnen, freuen sich die allermeisten TeilnehmerInnen wie gewohnt als Gruppe „live and direct" zusammenzukommen.
Doch für einige Yogainteressierte wird auch in Zukunft die Teilnahme an Online Yogakursen interessant bleiben, z.B. weil sie keinen Kurs an ihrem Wohnort haben oder weil sie eine ganz bestimmte Form des Yogas praktizieren wollen.
Bestärkt von dem Wunsch, meinen Yogaraum zu halten und meinen TeilnehmerInnen weiterhin zur Verfügung zu stellen, habe ich in der Zeit des Lockdowns (oder out?) meine Kurse online als „zoom"Konferenz fortgeführt. Dabei habe ich einige Tipps und Tricks gelernt, wie man das onlineYogastudio so einrichten kann, dass die anleitende Person gut zu sehen und zu hören ist.

Diese möchte ich hier mit euch teilen:

Der Hintergrund
Finde einen möglichst klaren Hintergrund, d.h. eine Wand oder einen Vorhang, vor dem du die Übungen zeigen kannst. Schau, dass der Hintergrund nicht seltsam im Zusammenhang mit dir bzw. deinem Kopf aussieht. Das kannst du auf deinem Bildschirm im Videokonferenzbild kontrollieren. Etwas Deko wie Blumen oder ein zum Yoga passendes Bild schaffen eine angenehme Atmosphäre.

Die Kamera
Ob du stehst oder sitzt -es ist am schönsten, wenn die Kamera ungefähr auf deiner Augenhöhe ist. Wenn du im Stehen Übungen anleiten möchtest, ist eine Kamera mit einem guten Weitwinkel ideal. Dabei ist es nicht nötig, viel Geld zu investieren. Ich habe mir für 25 Euro eine Kamera, die man ans Laptop stecken kann, gekauft. Dazu ein Verlängerungskabel, damit ich sie weiter weg im Raum installieren kann.
Du kannst dann zwischen der Gesamtaufnahme und deiner Portraitaufnahme (Kamera am Laptop) wechseln. Bedenke dabei, dass die Teilnehmer*innen sich angeschaut fühlen, wenn du direkt in die Kamera blickst. Dabei kann ein zweiter Bildschirm, der unter der Kamera für die Gesamtaufnahmen installiert ist, dienen (siehe Grafik). Du kannst die TN dann dort sehen, schaust ungefähr in die Linse und musst nicht nach unten auf den Laptopbildschirm schauen.

Die Ausleuchtung
Du brauchst kontrolliertes Licht, also eher Kunstlicht statt Sonnenlicht, damit die Ausleuchtung deines Raumes gesichert ist. Sonnenlicht nutze nur indirekt z.B. durch einen Vorhang, damit sich nicht grelle Streifen oder harte Schatten bilden. Das Tageslicht ist unberechenbar, denn es verschwindet womöglich bei einer dicken Regenwolke oder abends.
Es ist gut, wenn du mehrere Lichtquellen hast. Eine helle, indirekte Lichtquelle, durch z.B. einen Deckenfluter, bildet die Grundbeleuchtung. Eine Lichtquelle an deiner Seite, eher nah an deinem Hintergrund, verhindert, dass sich große Schatten im Hintergrund bilden. Eine Lichtquelle in Höhe deines Gesichtes verhindert Schatten im Gesicht, was dich frischer aussehen lässt.
Indirektes Licht kannst du auch durch Reflexion auf ein weißes Laken schaffen.

Der Ton
Damit sich kein Echo bildet oder Störgeräusche auftreten, sollten die Mikros der TN ausgeschaltet sein, wenn du sprichst.
Mikrofone sitzen meist in den Laptops und in den Kameras. Probiere aus, welches sich am besten eignet. Oft bilden sich Schwingungen im Ton oder das Computersurren ist für die TN zu hören. Daher ist es gut, einen eher kleinen Raum zu wählen, in dem es nicht hallt. Teppiche und Vorhänge dämpfen den Schall. Außerdem achte darauf, dass dein Umfeld ruhig ist. Vogelgezwitscher oder Rasenmäher in Nachbars Garten hören alle mit.
Wenn du eine bessere Tonqualität haben möchtest, verwende ein Ansteckmikro oder ein Standmikro. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass du nah ins Mikro sprichst, was das Vorführen der Übungen schwierig macht.

Musik spielen
Live Musik zu spielen, ist nicht so leicht über „zoom", da es die Zeitverzögerung und Rückkopplung gibt. Es klingt über das normale Laptop-Mikrofon einfach nicht schön. Ich taste mich noch langsam vor und probiere verschiedene Technik aus.
Wenn du Musik verwenden möchtest, kannst du sie über die Funktion „Bildschirm teilen" einspielen. Deine Stimme hört man dann allerdings nicht mehr gut.

Noch ein Tipp
Um das Programm zu bedienen, ist es praktisch, eine kabellose Maus bei sich zu haben. Wenn du zum Laptop kriechst, ist es etwas mühsam, sieht lustig aus und vielleicht kann man auch in deinen Ausschnitt schauen.

So, dann wünsche ich dir eine stabile Internetverbindung - und ein gutes Einstimmen vorm Unterrichten, denn es ist schon eine kleine Herausforderung angesichts der Geräte und Kabelage in eine besinnliche Stimmung zu kommen. Aber es funktioniert!

 

Büro der Lehrer*innenausbildung
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Ansprechpartnerin: Gisela Winnig
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