Glücklich sein ist dein Geburtsrecht

Die Zahlen und die Asanas im Kundalini-Yoga nach Yogi Bhajan

von Hari Jiwan Singh

Immer wieder taucht die Frage auf, warum Yogi Bhajan bei einigen Yogaübungen bestimmte Angaben über die Anzahl der Durchführungen der Asanas gegeben hat.
Die einfachste Antwort ist natürlich leicht zu geben: spüre einfach nach, dann erfährst Du die Lösung. Wiederhole einfach 108 Frösche und Du spürst die Erleuchtung. Eine differenziertere Antwort begeistert aber mehr unser Verlangen nach tieferem Wissen und erscheint mir auch kompetenter als die Möglichkeit, sich mit dem Hinweis auf das persönliche Spüren zu begnügen.
Auf eine Deutung durch die verschiedenen Arten der Numerologie, Kabbalah oder Astrologie habe ich bewusst verzichtet, um die Beschreibung nicht unübersichtlich zu machen.
Die Anzahl der Übungsabfolgen kann direkt aus der Zahl gedeutet werden, weil die 9 als Quersumme im Kundalini-Yoga häufig auftaucht, u. a. bei den 72.000 Nadis oder den 9 Körperöffnungen.
Es gibt aber auch konkrete Anhaltspunkte aus der Anatomie des Menschen, z. B. 26 Fuß-Knochen. Eine weitere interessante Anregung ist die Deutung über die Perlen einer Japa-Mala. Hierbei habe ich nur die zu erreichenden Qualitäten berücksichtigt, die sich aus der Konzentration auf die zugeordneten Eigenschaften der einzelnen Perlen ergeben.
Dadurch entsteht eine wunderbare Mischung der Erklärung der Wiederholungen der Asanas nach Zahlen, Symbolen, Analogien und den Energiekörpern im Kundalini-Yoga.

Die Zahl 26
Analogie: 26 Fußknochen, ein Fuß, 26 Wirbel der Wirbelsäule:
7 Halswirbel, 12 Brustwirbel, 5 Lendenwirbel, Kreuzbein und Steißbein sah Yogi Bhajan als je eine eigene Einheit.
Der Mensch besitzt 22-30 Schädelknochen, also im Durchschnitt auch die Zahl 26.
Mala: Bewusste Themenausrichtung

Quersumme: 8
Seitlich gedreht = Zeichen der Unendlichkeit, Lemniskate.
Yogi Bhajan sagt: Mit 8 Hebeln kannst Du das Schloss der Zeit öffnen, welches ebenfalls die 8er-Schwingung besitzt.
Energie-Körper: Der Pranakörper
Reinheit, Lebensenergie, Furchtlosigkeit, Selbst-Einweihung, Verteilung des Prana, Zielerreichung.

Die Zahl 27
Analogie: 27 Handknochen, eine Hand; Yogi Bhajan spricht von 27 Facetten der Projektion, des Lebens und des Universums.
108 geteilt durch 4 ergibt die Zahl 27. Heilige Zahl.
Zu dieser Zahl passt noch, dass wir häufig eine Übung 1x anleiten und diese dann 26 Mal wiederholen.
Mala: Getragen sein durch die Gesetze
Quersumme: 9
Energie-Körper: Der Subtilkörper
Ruhe, Feinheit, Subtilität, Meisterschaft, "im Fluss sein", Vollendung, Abschluss, zieht Gelegenheiten an, sammelt das Universum für uns ein, Träger der Seele und der Erfahrungen.

Die Zahl 52
Analogie: Zwei Füße; das Doppelte der Wirkung von 26.
Mala: Eindeutigkeit des Verhaltens
Quersumme: 7
Energie-Körper: Die Aura
Das elektromagnetische Feld, Sicherheit, Barmherzigkeit, Liebe, Schutzschild.

Die Zahl 54
Analogie: Zwei Hände; die Hälfte von 108, der halbe Weg zur Sonne = zur Erleuchtung. Heilige Zahl. 3 x 18er Rhythmus.
Mala: Getragen sein durch die Gesetze
Quersumme: 9
Energie-Körper: Der Subtilkörper
Ruhe, Feinheit, Subtilität, Meisterschaft, " im Fluss sein", Vollendung, Abschluss, zieht Gelegenheiten an, sammelt das Universum für uns ein, Träger der Seele und der Erfahrungen.

Die Zahl 108
Analogie: Zwei Hände + zwei Füße + ein Kopf + ein Körper.
Eine Japa-Mala hat 108 Perlen, da 108 eine heilige Zahl und eine Sonnenzahl ist.
Es gibt 108 Upanishaden, 108 Namen von Shiva, von Vishnu sowie 108 Namen aller anderen hinduistischen Götter. Es werden
108 Hand- und Fingerhaltungen, Mudras, beschrieben.
Eine Erklärung für die mystische Verwendung dieser Zahl ist:
1x1 x 2x2 x 3x3x3 = 108. 6 x 18er Rhythmus.
Yogis aus früheren Zeiten erkannten in der Meditation:
Entfernung Erde und Sonne = 108x der Durchmesser der Sonne
Entfernung Erde und Mond = 108x der Durchmesser des Monds
Die entspricht ungefähr den heutigen Erkenntnissen.
Deshalb verbanden sie beim Meditieren über die 108 Perlen einer
Japa-Mala die Sonne RA mit dem Mond MA.

Mala: Erkennen der Bedeutung aller Erscheinungen
Quersumme: 9
Energie-Körper: Der Subtilkörper
Ruhe, Feinheit, Subtilität, Meisterschaft, " im Fluss sein", Vollendung, Abschluss, zieht Gelegenheiten an, sammelt das Universum für uns ein, Träger der Seele und der Erfahrungen.

Beim Kundalini-Yoga starten wir nicht von null auf hundert, um am schnellsten und besten zu sein.
Wir verbinden uns mit den energetischen Kräften, um für uns persönlich effektive Resultate zu erlangen. Wer also 108 Frösche nicht schafft, kann trotzdem die Erleuchtung erlangen.
Denn 1 + 0 + 8 ergibt auch 9 oder 108. Eben nur anders.
Viel Freude und Bewusstsein beim Kundalini-Yoga und dem Erkennen der Bedeutung aller Erscheinungen.
Sat Nam!

© Hari Jiwan Singh – Berlin 2018

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