Glücklich sein ist dein Geburtsrecht

Frei von Sucht, Frei fürs Leben mit und durch Kundalini Yoga

Text und Video von Guru Sant Kaur, Ausbilderin in der 3HO Kundalini Yogalehrer*innen Ausbildung.

Alkohol oder Internet, Zigaretten oder Zucker – die Liste der Alltagssüchte ist lang. Man muss kein Drogenkonsument sein, um erlebt zu haben wie man sich auf der Suche nach bestimmten Erlebniszuständen in Arbeit oder Beziehungen flüchtet. Die Sehnsucht nach Substanzen oder Beschäftigungen, von denen wir uns wenigstens kurzfristige Erleichterung oder Ablenkung erhoffen, wird bei vielen von Tag zu Tag größer. Und damit unsere Isolation. Manchmal bemerken wir kaum, wie fremdbestimmt dadurch unsere Lebendigkeit wird.
Kundalini Yoga kann ein Weg zu neuer Freiheit sein. Man lernt den Automatismus des Verhaltens zu durchbrechen. Statt den mechanischen Anweisungen des süchtigen Geistes zu folgen, übt man den eigenen Körper zu fühlen. Man spürt dann wieder, was einem wirklich gut tut. Ein Mehr an Bewusstsein von Körper und Geist/Mind ist ein Weg zu Befreiung von Abhängigkeiten vieler Arten.
Süchtiges Verhalten zielt immer auf eine qualitative Veränderung des momentanen Erlebniszustandes ab. Das Hier und Jetzt wird gar nicht erlebt oder zumindest nicht gewollt. Gerade, wenn man sich einredet, richtig „leben" oder „fühlen" zu wollen, sich endlich mal etwas gönnen zu wollen, ging oft emotionale Leere oder Abgestumpftheit voraus. Diese kann aber nie langfristig durch Ablenkung erlöst werden. Wir müssen uns den tiefen Wünschen und Bedürfnissen unserer Seele stellen. Dann erst beginnt wirkliche Freiheit.

Kundalini Yoga zeichnet sich durch Asanas (Übungen) und Kriyas (Übungsreihen) aus, die zugleich dynamisch und meditativ als auch kräftigend und entspannend, sowie heilend und belebend sind. Sie bieten in ihrer Kombination aus Körperhaltungen und Bewegungsabläufen, inneren Konzentrationspunkten und Atemführung sowie dem Gebrauch von Mantras (Meditationsworten), Mudras (Handhaltungen) und Bhandas (innerer Energieschleusen) eine ungeheure Vielfalt an Möglichkeiten, einen individuellen Schwerpunkt zu finden.
So ist auch ein Fokus auf Suchtfreiheit möglich.

Wenn die Energien im Körper wieder freier fließen, kann auch das Denken von selbst in neue Bahnen kommen. Der Kreislauf von Bedürfnisbefriedigung und Unzufriedenheit wird unterbrochen. Denn mit dem Fühlen des eigenen Körpers entsteht Akzeptanz des gegenwärtigen Augenblicks. Eine Kundalini Yogastunde in der Yogatherapie bei Sucht kehrt deshalb immer wieder auf die Betonung des Fühlens und des Spürens zurück. Den Atemfluss wahrnehmen, die Temperatur der ein- und ausströmenden Atemluft, die körperlichen Empfindungen und ihre Veränderung in den jeweiligen Haltungen; all das lässt die Teilnehmer erleben, wie viel Vitalität bereits im jeweiligen Augenblick vorhanden ist.
Zunehmendes Bewusstsein von Körper und Geist führt zum Wissen um die wirklichen Bedürfnisse des Körpers. Wenn man wieder lernt zu fühlen, wie das innere Kraftwerk arbeitet, wird es langfristig selbstverständlich, für die gute Erhaltung des „eigenen Tempels" zu sorgen. Asanas stärken über die Ansprache des Körpers auch den geistigen Willen und die Kraft, für diesen gut zu sorgen. Und schließlich versetzt uns das Bewusstsein unserer eigenen Fähigkeiten und Stärken wieder in die Lage, in guten Kontakt mit unserer Umwelt zu gehen. Statt der Introvertiertheit des Suchtverhaltens erleben wir, wie die gesunde Beziehung zu uns selbst auch unsere Freundschaften und unser ganzes Alltagsleben erfüllter macht.

 
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